|
TONGA kulturpolitische expedition durch die Alpen Totes Gebirge.
TONGA - ein Bantu-Volk ist die drittgrößte Sprachgruppe in Zimbabwe. Sie werden von den beiden großen Volksgruppen, den Shona und den Ndebele sozial und wirtschaftlich diskriminiert. So wurden die Tonga sogar von Ehnopoppern Zimbabwes noch1996 bei einer Sunnseitnexpedition als Wesen zwischen Mensch und Tier bezeichnet und als hexer dargestellt.
1957 erfuhr das stolze und autonome Volk der Tonga durch ein weißes Prestigeobjekt (Regierung ehemalig Rhodesiens) dem Bau des Kariba Staudamms ein soziales, wirtschaftliches und ökologisches Desaster. Über 170 000 Menschen wurden mit Waffengewalt und ohne Rücksicht auf Familienzugehörigkeit aus dem fruchtbaren Tal des Zambesi river in unfruchtbare dürregeplagte Halbwüstengebiete zerstreut. Der aufgestaute Zambesi überflutete 275 km Tallänge mitsamt ihren Siedlungen.
Dieses Trauma hat das Volk der Tonga bis heute nicht überwunden. Schwerer Hunger und soziales Leid haben die Kultur der Tonga jedoch nicht gebrochen. Sie führen zeitgenössische Kompositionen im Rahmen von Ngoma Buntibe-Zeremonien auf , deren Archaik gleichermaßen verblüfft wie auch ihre zeitgenössische Aktualität klingt steiler als beispielsweise Stockhausen.
Da durch das noch immer kolonialistisch geprägte Bildungssystem Zimbabwes der Zenit, den eine Künstlergruppe in Zimbabwe erreichen kann, eine Einladung zu einem Europäischen Festival ist, haben wir (Sunnseitn und Stadtwerkstatt ) die underdogs Zimababwes zum Festival der Regionen 1997 nach Österreich eingeladen.
Dies bewirkte unter anderem, daß sich hochrangige politische Persönlichkeiten Zimbabwes mit der eingeladenen Simonga Gruppe der Tonga fotografieren lassen mußten und Simonga bei einer der bedeutendsten Buchmessen im südlichen Afrika Harare bookfair plötzlich auftreten konnte.
Bei ihrem Aufenthalt der Tonga in Europa wurden nur wenige Konzerte organisiert, da dies der Aufführungspraxis der Zeremonien widerspricht. Wir wählten als künstlerische Form des Festivalbeitrags eine Hochgebirgsüberquerung, natürlich in Absprache mit Vertretern der Tonga, die ja auf einer Hochebene leben. In einem Tross von 30 MusikerInnen der Tonga und an die 200 weißen Expeditionsteilnehmern brachen wir auf zu einem 10 tägigen interkulturellen Experiment. Im gigantischen Naturraum des Toten Gebirges konnten sich Musik,Tanz, Gesang , Zeremonien und Gespräche abgeschottet von Kultur- und Medienvoyeuren entfalten. Mit dieser auch körperlichen Hochleistung konnten wir auch das in Europa weitgenutzte Bild der armen, schwachen Afrikaner kontakarieren und ein Manifest für das vitale Kulturleben eines von unserem System gedemütigten Volkes etablieren. Eine kulturelle Stärke, die uns Europäer im Gegensatz dazu als Kulturentwicklungsgebiet erscheinen läßt.
Das aktuellste der zahlreichen Folgeprojekte: 2001 wurde in Binga ein Internetcenter für die TONGA mit österreichischer Hilfe eingerichtet siehe www.mulonga.net
|