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Pressebericht: Zwei Generationen auf der Bühne
Es ist schon etwas aussergewöhnlich, auf der Bühne zur gleichen Zeit einen jungen Rapsänger und den Schulfreund seines Grossvaters anzutreffen. Chiquito ist 22 und aufgewachsen während der Jahre des Bürgerkriegs in Mosambik, ist Vertreter der jungen Generation, die, geprägt vom amerikanischen Hip-Hop, in selbstgeschriebenen Texten Besorgnis und Sehnsucht beschreibt.
Lisboa Matavele ist 63 und war schon zu jener Zeit populär, als das afrikanische Land noch portugiesische Kolonie war und der so genannte Lourenço-Marques-Sound nicht nur im südlichen Afrika einen guten Ruf genoss. Was die beiden Musiker verbindet, ist das Projekt "Mabulu" ; (wörtlich: "das Gespräch suchen"), eine Verschmelzung von traditionellen einheimischen Marrabenta-Rhythmen und modernem Rap. Das Projekt schlägt eine Brücke zwischen Musikern verschiedener Generationen und beschreibt Themen wie Liebe, Drogen, Kinderprostitution, Arbeitslosigkeit und Aids, singt von der Hoffnung auf Frieden auf dem afrikanischen Kontinent und dem besseren Verständnis zwischen den Generationen. ... Und alle hatten ihre Freude an der dynamischen, melodiösen und tanzbaren Musik von Mabulu..
Einsame Klasse
Seit den legendären Konzerten von Joe Malinga oder Dollar Brand alias Abdullah Ibrahim vor mehr als 20 Jahren hat man in Chur wohl kaum eine so starke afrikanische Gruppe mehr zu hören bekommen. Schlicht genial war die Präzision und Dynamik von Schlagzeuger und Perkussionist Jorgito. Was der 26-Jährige in Chur bot, war einsame Klasse. Aber auch die anderen Mitglieder der Band waren sowohl instrumental als auch stimmlich absolut auf der Höhe. Die 20-jährige Sängerin Chonyl erinnerte in gewissen Songs an die legendäre Miriam Makeba und hat sicherlich noch eine grosse Karriere vor sich. Der Bassist Eduardo ergänzte das Rhythmus-Spiel von Jorgito hervorragend.
Chorgesang der feinsten Art
Als Bandleader trat Lisboa Matevele souverän auf. Er wirkte vorwiegend als Geschichtenerzähler und lieferte sich mit Rapper Chiquito humorvolle Wortduelle. Locker spielten die beiden Gitarristen Antonio Marcos und Zoco ihre Parts und gaben dem Sound von Mabulu den letzten Schliff. Vom Feinsten auch der Chorgesang der Truppe: Wunderschön melodiös gesungen und mit traumwandlerischer Sicherheit auch in rhythmisch heiklen Partien.
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