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Bilaterale Stellungnahme von Sunnseitn und Freunden zu den Grenzblockaden
- Wir sind gegen Atomkraftwerke, wo immer sie auch stehen mögen. In der Ukraine realisieren wir derzeit ein Projekt mit Alternativenergie in einem Sanatorium für Kinder, die durch Tschernobyl atomverstrahlt sind.
- Wir arbeiten zusammen. Diese Grenzblockade ist ein Produkt tschechisch-österreichischer Kooperation und hat das AKW Temelin als Problem in der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Sie hat ebenfalls bewirkt, daß bilaterale Gespräche geführt werden.
- Wir handeln verantwortungsbewusst. Mag die Blockade als politisches Druckmittel in bestimmten Situationen berechtigt sein, so ist dennoch sehr sensibel damit umzugehen. Sie hat auch ihre Schattenseiten: Familien, die beiderseits der Grenzen leben und arbeiten, leiden darunter. Das erinnert wieder an die Kälte des Eisernen Vorhanges. Blockaden bedeuten Trennung, sie begünstigen das Auftauchen von Vorurteilen und nationalistischem Denken. Wachsender Unmut und Enttäuschung, die bis zur Antipathie führen, sind wieder bemerkbar. Dies wird verstärkt durch verzerrende Berichterstattung in den Medien. Langfristige Grenzblockaden können leicht emotional aufgeheizt werden, es werden Ängste geschürt, die entzweien und Feindbilder schaffen. Unverantwortlicher Umgang mit Information hat bei manchen Kindern und Jugendlichen Panik oder Schlaflosigkeit verursacht. Diese Situationen sind instabil und anfällig für Mißbrauch durch Außenstehende. Die Blockade wird von populistischen Politikern als Bühne benutzt, um sich zu profilieren. Es besteht aktuelle Kippgefahr: Einige Gemeinden beiderseits der Grenze lehnen das Angebot von neuen Grenzübertrittstellen mit dem Hinweis auf die negative Stimmung in der Bevölkerung ab.
- Finden wir andere Mittel. Geschlossene Grenzen sind ein Symbol für Rückschritt in der Annäherungsarbeit und eine Blockade in der Völkerverständigung, Durch unsere tschechisch - österreichischen Gemeinschaftsprojekte wissen wir, wie wichtig es ist, nach Jahrzehnten der Entfremdung wieder eine Vertrauensbasis aufzubauen.
Sunnseitn appelliert mit dem heutigen Auftritt an die Verantwortlichen, die Blockaden aufzulösen. Arbeiten wir an anderen konstruktiveren Formen. Wandeln wir die Grenzblockaden in öffentliche Diskussionsforen, Grenzkontakte und Informationsstellen an den Grenzen um. Machen wir die Grenzübergänge zu Stätten der Wissensvermittlung und kultureller Begegnung.
- Wir sind für Entspannung. Leisten wir, alle Betroffenen, Tschechen und Österreicher gemeinsam, über diese Grenze hinweg massive Aufklärungsarbeit.
- Geben wir der Demokratiefähigkeit Zeit und Hingabe, um auf einem Nährboden des Erfahrungsaustausches zu wachsen. Dieser Prozeß kann nicht erzwungen und erpreßt werden. Die gemeinsame Angst vor der Atomgefahr wird uns nicht trennen, sondern verbinden!
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